Gluten-Unverträglichkeit vs. Zöliakie

Der US Forscher Dr. Alessio Fasano der University of Maryland Center for Celiac Research fand heraus, dass bei Zöliakie und einer Gluten-Unverträglichkeit zwei völlig verschiedene Immunaktivierungswege zugrunde liegen. Er fand heraus, dass bei der Zöliakie die Immunpfade des spezifischen Immunsystem aktiviert werden während aber bei einer Gluten-Intoleranz das unspezifische Immunsystem reagiert!

Bei Zöliakie (Sprue) ging man bisher von einer angeborenen Unverträglichkeit auf Gluten oder von einem Enzymmangel aus. Ein Leben lang muss auf Getreideprodukte (Weizen, Roggen, Gerste etc) verzichtet werden. Symptome sind typischerweise ein schäumender bzw. fett glänzender klebriger Stuhl, Schmerzen im Bauchbereich und Durchfälle.

Eine unspezifische Gluten-Unverträglichkeit ist nicht angeboren oder ein Leben lang anhaltend! Bei einer Gluten-Übersensibilisierung werden Gluten-Produkte nach einer Karenzzeit oft wieder vertragen. In einer Studie demonstrierte Fasano et al 2011, dass eine Gluten-Intoleranz vom angeborenen Immunsystem vermittelt wird. Sie kann möglicherweise eine Vorstufe zur Zöliakie bilden. Man weiß, dass das Gliadin im Gluten eine erhöhte Expression von Zonulin auslösen kann. Zonulin ist ein Protein, das die Durchlässigkeit des Darmes reguliert oder erhöht, indem die „Kontaktzonen“ (Tight Junctions) zwischen den Darmzellen aufgebrochen werden. Das Gliadin des Getreides kommt somit vermehrt in Kontakt mit den Immunzellen des Darmes und reagiert lokal. Der Beginn der Reaktion erfolgt gewöhnlich nach ein bis zwei Tagen, kann aber mehrere Tage andauern.

Durch die unspezifische Reaktion kann sich Gluten-Unverträglichkeit über den Magen-Darm Bereich, aber auch über die Haut, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden u.a. manifestieren. Dr. Fasano fand eine außergewöhnlich große Übereinstimmung zwischen Diabetes und Gluten-Intoleranz.

Der ALCAT TEST™ kann die unspezifische Unverträglichkeit auf einzelne Getreidekörner, auf Gluten und auf Gliadin differenziert aufspüren! Es können ebenfalls glutenfreie „Ersatzkörner“ wie Quinoa, Buchweizen, Hirse oder Amaranth getestet werden.

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